NACHTS ALLEIN ZUHAUSE

An einem Sonntagabend passierte es – meine Eltern wollten ausgehen. Ich sagte zu ihnen: „Oh nein, lasst mich bitte nicht allein zu Hause“, aber sie sagten, dass ich jetzt schon groß bin und gingen aus dem Haus.

SIE WUSSTEN JA NICHT WAS PASSIEREN WÜRDE – WIE SOLLTEN SIE AUCH!!!!??

Meine Eltern verließen das Haus. Ich hörte wie ihr Wagen abfuhr und wusste, dass ich nach dieser Nacht gar nichts mehr hören kann! Ich dachte, dass ich aufhören sollte daran zu denken, dass es passiert. So holte ich mir das Ipad und spielte. Draußen hörte man eine Eule, aber ich achtete nicht darauf, weil ich ja spielte. Am Anfang ging noch alles gut, aber als ich Wii U spielte und mich gerade im Spiel Super Smash Brothers befand und gegen „Meisterhand“ kämpfen wollte, hörte ich statt „Meisterhand“,  „Das Monster, du wirst sterben!“ Ich dachte, dass das Spiel einen Bug hätte, aber als ich gegen “Meisterhand“ gewonnen hatte, hörte ich aus den Lautsprechern eindeutig: „Ich bin tot und du bist schuld.“ Ich fragte mich nun wirklich was das ist, weil ich wusste, dass das auf keinen Fall mehr ein Bug sein konnte. Ich wollte meine Eltern anrufen, wusste aber, dass sie mir nicht glauben würden, also ließ ich es sein. Ich setzte mich auf‘s Sofa und wollte mich beruhigen. Als ich dann aber aus der hinteren Ecke ein Zombie-Geräusch vernahm, änderte sich meine Ansicht sofort, ich rief meine Eltern an und brüllte ins Telefon: „Mama! Papa! Ihr müsst kommen! Anders geht‘s nicht, anders überlebe ich‘s nicht!“ „Komm schon“, sagte meine Mutter mit beruhigter Stimme, „jetzt kommt gerade der Anfang des Filmes den wir gucken und außerdem habe ich es eilig… also Tschüss!“ „WAAAS!?“ brüllte ich in den Hörer, aber mir entgegen kam nur ein lautes „ SSSSSUUUUMMMM.“ Ich versuchte alles noch einmal von vorne, indem ich die Nummer wählte und auf den grünen Knopf drückte. Ich wartete und wartete, doch nichts passierte. Gerade wollte ich den Hörer wieder auf die Gabel legen, als ich hochfuhr weil ich mich so erschreckt hatte! „Hahaha, versuch es erst gar nicht! Hahaha!“ „Wer ist denn da?“ fragte ich, aber die Stimme war genauso schnell wieder weg, wie sie da war. „Nein“ sagte ich „Nein, nein und nochmals nein. Immer und egal welches elektronische Gerät ich benutze, immer höre ich diese Stimme.“ Außer einer Eule hörte man nichts. Es war still, nahezu totenstill. Die „Ruhe vor dem Sturm“. Das war ein Spruch, den mein Vater gerne benutzte und ich kann nur sagen, diesmal war er vollkommen zutreffend. Dann hörte ich Schritte, verängstigt zog ich mich ins Wohnzimmer zurück. Die Schritte kamen näher. Ich floh ins Kinderzimmer und als die Alarmanlage anging schaltete ich das Licht an, weil ich wusste, dass Monster Licht verabscheuen. Ich versteckte mich in einer Kammer, wo ich eine ganze Zeit lang blieb und immer mehr Angst bekam! Ich steckte meinen Kopf aus der Kammer und gewann gleich ein wenig Mut, als ich sah, dass kein Zombie oder Ähnliches in dem Zimmer war. Ich ging anschließend zur Treppe und spähte herunter. Was ich nun sah, riss mich fast um, denn dort stand in Großbuschstaben:

PLATZ MACHEN FÜR DEN GREIFER!

Als ich das letzte Wort gelesen hatte, fiel ich fast herunter, so viel Angst hatte ich. Ich starrte eine Weile hinunter, einfach nur fassungslos, dass so etwas passieren konnte, bis sich mir eine Hand auf den Rücken legte! Ich fuhr herum und erstarrte – das Ding was dort stand war auf keinen Fall menschlich. Mir lief es eiskalt den Rücken herunter. Dort stand ein Skelett, das praktisch von Ameisen übervölkert war. Doch das waren keine gewöhnlichen Ameisen, denn sie hatten rote Augen und ich sah, dass sie gerade an einem reinen Stück Eisen knabberten. Als sie mich sahen, schrie ich auf. Ich wusste nicht wie mir geschah, als sie auf mich loskrabbelten. Vor Panik blieb ich einen Moment stocksteif stehen. Dann besann ich mich und warf ihnen einen Hocker in den Weg. Wie Kinder, die drei Tage lang nichts gegessen hatten, fielen sie darüber her. Das Skelett lachte nur höhnisch und fragte, während ich schweißgebadet versuchte die Ameisen aufzuhalten: „Warum gibst du nicht auf? Es ist doch sowieso klar, wer als Sieger aus diesem Kampf hervorgehen wird.“ Doch das war zu viel für mich. Ich nahm allen Mut zusammen, den ich noch hatte und griff das, mit einem Säbel bewaffnete, Skelett an. Dieses hatte das aber zu spät erkannt und ich konnte ihm den Säbel abnehmen und auf die Ameisen werfen. Damit wären die erst einmal beschäftigt, dachte ich. Und so war es auch. Nur noch ein paar Monsterameisen blieben übrig. Doch die reichten völlig, um mir Angst zu machen. Ich versuchte es wie bei gewöhnlichen Ameisen, indem ich einfach wild auf sie lossprang. Doch dies nützte nichts, denn wie sich schon vorher bewiesen hatte, waren es keine gewöhnlichen Ameisen. Ich konnte auf ihnen springen, wie auf einem Trampolin. Also versuchte ich eine andere Variante, indem ich wild mit dem Säbel auf sie einschlug. Dann plötzlich rührten die Ameisen sich nicht mehr. Da fiel es mir auch auf: Alles war so still. So furchtbar still. Bis zu dem Moment, als der „Greifer“ eintraf. In diesem Augenblick explodierte mein Angstthermometer. So doll zitterte ich. Als ich die Treppe herunterlugte, hatte ich Glück, dass ich mich noch festhalten konnte, denn die Gestalt, die dort stand, war so gruselig, dass selbst Superman vor ihr Angst gehabt hätte. Der Greifer war mindestens drei Meter groß und hatte rote Augen. In dem einen Auge war ein Strahler, der – wie ich gerade gesehen hatte – die Macht hatte, mal kurz in die Hauswand ein riesiges Loch zu lasern. Sein Maul hatte einen Durchmesser von etwa eineinhalb Metern und an den Zähnen klebte wahrscheinlich noch Blut von seinem letzten Opfer. Seine Hautfarbe war hellgrün und anstelle von Fingernägeln oder Klauen, hatte er kleine Mäuler, die nur danach gierten, mich zu verspeisen. Ich starrte einfach nur vor Angst und dann passierte es: ich kam auf der Treppe ins Stolpern, fiel herunter und kam mit dem Kopf auf dem Boden auf. Ich muss eine Zeit lang ohnmächtig gewesen sein, jedenfalls sah ich als ich aufwachte dem Greifer direkt ins Gesicht. Ich sah seine Hände, die nach mir greifen wollten. Die großen Hände kamen näher und näher, ich kreischte und rollte mich zur Seite. Schnell rannte ich zum Sofa, trat einen Zombie zur Seite und sprang durch das geöffnete das Fenster und der Greifer stürzte mir hinterher. Ich stieß gegen eine Wand und leicht verschwommen durch den Schmerz sah ich, wie der Greifer seine Elefantenfüße donnern ließ, sah wie er sich zum Absprung bereit machte. Ich hielt mir schützend meine Hände vors Gesicht, wusste aber dass es nichts nützen würde. Damit ich überleben würde, bräuchte ich jetzt ein Wunder oder ein …….. ein hupender Wagen unterbrach die Stille. In genau diesem Moment lösten sich alle Monster in Luft auf. Meine Mutter sagte: „Baoh, das war aber ein sehr spannender Film.“ „ Ja,“ sagte ich „sehr. “ Und wir gingen ins Haus. Dieses Mal bin ich ja noch sehr gut davon gekommen, aber ich kann wetten, dass der Greifer zurückehrt!

ENDE

Von Jakob Heitkamp