Zukunft ohne Erdöl?

“Die tiefhängenden Früchte der natürlichen Ressourcen sind abgeerntet.”

Dieses Zitat des ehemaligen Umweltministers Norbert Röttgen beschreibt treffend die aktuelle Situation, in der wir uns befinden. In der Tat sind Erdöl, Erdgas und Co. nicht unerschöpflich, sondern nur im begrenzten Rahmen verfügbar und es wird zu immer fragwürdigeren Methoden mit hoher Umweltbelastung gegriffen, wie beispielsweise Fracking, um auch noch an die letzten Reserven zu gelangen.

Diese Maßnahmen werden vor allem ergriffen, um „Peak Oil“ hinauszuzögern. Mit diesem englischen Begriff ist das globale Ölfördermaximum gemeint; also der Zeitpunkt, ab dem die Erdölfördermenge nicht mehr steigerungsfähig ist, sondern im Gegenteil kontinuierlich abfällt. Dieser Zeitpunkt, an dem Peak Oil erreicht sein soll, ist jedoch stark umstritten. Einige Forscher gehen davon aus, dass Peak Oil bereits 2006 erreicht wurde, andere behaupten, es wäre erst 2020 so weit.

Doch Einigkeit herrscht in einem Punkt: Peak Oil hat drastische sicherheitspolitische und wirtschaftliche Auswirkungen, die voraussichtlich mit einer Verzögerung von 15-30 Jahren eintreten werden. Einer 2010 erschienenen Studie der Bundeswehr zufolge würde der aus der Knappheit resultierende Preisanstieg des Erdöls ein „hohes Risiko für die Funktionalität großer Teile der Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme  darstellen“, da sie abhängig von relativ preiswerten Erdöl sind.

Diese Veränderung hätte einen bedeutsamen Einfluss auf unsere künftige Lebens- und Wirtschaftsweise, wie das Beispiel Nordkorea verdeutlicht. Durch den Zusammenbruch der UDSSR versiegte die preiswerte Erdölversorgung und die Wirtschaft bzw. Landwirtschaft musste komplett von Modernität und Effizienz auf traditionelle  Anbaumethoden umstrukturiert werden, was einen Ernteverlust von 60% zur Folge hatte.

Zudem wäre durch die Verteuerung des Güterverkehrs und die damit verbundene Einschränkung der Mobilität die globale Arbeitsteilung gefährdet, womit der Eintritt einer Versorgungskrise wahrscheinlich wird. Nicht nur alle über größere Entfernungen gehandelte Lebensmittel wären davon betroffen, sondern es müsste auch mit einer kontinuierlichen Preissteigerung gerechnet werden, die zu einer Nahrungsmittelknappheit führen würden. Auch die Ernteerträge hängen teilweise vom Erdöl ab, was alles zusammengenommen schwere Hungersnöte zufolge hätte.

Doch was tun gegen diese prekären Aussichten? Diese Frage sollte sich jeder Staat und jeder einzelne Bürger stellen, denn die Zukunft liegt in unserer Hand.

Milena Schaefer